Was macht eine biblische Krippe authentisch?

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Eine Krippe improvisiert man nicht: Man komponiert sie.
Man kopiert sie nicht: Man deutet sie.


Zwischen Tradition und Wahrheit

An Weihnachten sehen wir sehr unterschiedliche Krippen: familiäre, volkstümliche, monumentale, regionale, künstlerische oder fromme. Manche versetzen die Geburt Jesu in die Welt dessen, der sie schafft; andere versuchen, sich der Welt zu nähern, in der die Erzählung jene Geburt verortet.

Deshalb sollte man, nachdem die Frage nach der biblischen Krippe gestellt ist, einen Schritt weitergehen:
Was verstehen wir hier unter Authentizität, wenn wir von einer biblischen Krippe sprechen?

Es geht nicht darum, eine unmögliche Reinheit zu suchen oder sich vorzustellen, alles lasse sich mit absoluter Genauigkeit lösen. Es geht auch nicht darum, die künstlerische Tradition gering zu schätzen, die der Geburt Jesu jahrhundertelang mit wirklicher Kraft sichtbare Gestalt gegeben hat.

Doch den Wert dieser Tradition anzuerkennen ist das eine; sie ohne Weiteres mit der historischen Welt zu verwechseln, in der die Erzählung verortet ist, etwas ganz anderes.

Von Authentizität zu sprechen heißt hier nicht, eine abgeschlossene archäologische Rekonstruktion anzustreben. Es heißt, zu versuchen, dass die Szene aus einem bewussteren Verständnis entsteht: der Erzählung, die dargestellt wird, der Welt, in der diese Erzählung geschieht, und der bildnerischen Entscheidungen, die der Szene Gestalt geben.

Eine biblische Krippe ist nicht authentischer, weil sie älter, orientalischer oder unserem Blick fremder wirkt. Sie ist es, wenn ihre Formen, ihre Gestalten, ihre Räume und ihre Atmosphäre auf eine tiefere Frage antworten: welche Geschichte ich erzähle und aus welcher Welt heraus ich sie sichtbar machen will.


Anmerkung zu den Bildern des Handbuchs Die Bilder in diesem Handbuch stammen, wo immer es möglich war, aus gemeinfreien Werken, offenen Museumssammlungen oder historischen Archiven. Ich habe sie nicht ausgewählt, um auf bestimmte zeitgenössische Werke oder Künstler zu zeigen, sondern um zu untersuchen, wie sich gewisse Bilder der Geburt Jesu im Lauf der Zeit gebildet, verbreitet und wiederholt haben. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, keine einzelnen heutigen Figuren oder Krippen als Beispiele kritischer Analyse zu verwenden. Es geht nicht darum zu sagen, ein bestimmtes Werk sei «falsch», sondern zu verstehen, woher die Bildformen kommen, die die Krippenkunst geerbt hat, und wie sie zu dem geworden sind, was wir heute als «das kommt von dort» wiedererkennen. In diesem Handbuch geht es darum, die Quellen zu untersuchen, nicht die Folgen: die Gemälde, Skulpturen, Stiche, Illustrationen, bildlichen Dokumente und künstlerischen Traditionen, die jahrhundertelang unsere Art genährt haben, uns die biblische Welt vorzustellen.


Die Authentizität hängt nicht nur vom Aussehen ab

Eine biblische Krippe bestimmt sich nicht dadurch, dass man den Figuren ein orientalisches Gepräge gibt oder einer schon bekannten Szene einige alte Elemente hinzufügt.

Es kann «orientalisierende» Gewänder, Steinmauern, Palmen oder eine Architektur von entrücktem Aussehen geben, und es kann sich trotzdem um ein eher überliefertes als durchdachtes Bild handeln.

Die Authentizität hängt nicht nur vom äußeren Aussehen ab. Sie hängt von der inneren Folgerichtigkeit der Darstellung ab: welche Geschichte erzählt wird, in welcher Welt sie verortet ist und in welchem Verhältnis Erzählung, Zusammenhang und Form zueinander stehen.

Es ist nicht gleichgültig, ob man sich ein Haus, eine Grotte, einen Hof, einen Stall, eine Lampe, einen Stoff, ein Gefäß, eine Futterkrippe oder einen Weg vorstellt. Jeder Gegenstand bringt eine Vorstellung von der dargestellten Welt mit. Jede bildnerische Entscheidung bringt die Szene der kulturellen, materiellen und menschlichen Wirklichkeit, in die wir sie stellen wollen, näher oder entfernt sie davon.

Deshalb beginnt eine biblische Krippe nicht dann, wenn die Szene «alt aussieht», sondern dann, wenn man beginnt, sie mit größerem Bewusstsein für die Welt zu bauen, auf die sie verweist.

Maria hält das neugeborene Kind in einem dunklen Raum, in einem Werk von James Tissot.
James Tissot, The Birth of Our Lord Jesus Christ (La nativité de Notre-Seigneur Jésus-Christ), 1886–1894. Gouache auf grauem Papier, 14,3 × 17,1 cm. Brooklyn Museum, Inv. 00.159.24. Tissot suchte ein besser dokumentiertes Bild des Heiligen Landes, doch seine Geburt Christi gehört auch zum orientalistischen Blick des 19. Jahrhunderts. Ein Bild kann aus einem strengen Willen hervorgehen und dennoch zum Teil ein überliefertes Bild bleiben. 1

Was wir hier unter biblischer Krippe verstehen

In diesem Handbuch ist eine biblische Krippe eine künstlerische Darstellung der Geburt Jesu, die, so weit wie möglich, im Judäa des 1. Jahrhunderts angesiedelt ist.

Das bedeutet, zu versuchen, die Szene in ihr Land, ihre Kultur, ihre Lebensweise und ihren religiösen Horizont zu stellen, ohne sich darauf zu beschränken, überlieferte Bildformeln zu wiederholen. Es geht nicht darum, die Krippe in ein vage orientalisches Gewand zu kleiden oder sie in eine exotische Szenografie zu verwandeln. Es geht darum, sich mit größerer Aufmerksamkeit der wirklichen Welt zu nähern, in der die Erzählung Maria, Josef, die Hirten und die Geburt Jesu selbst verortet.

Der Ausdruck biblische Krippe bedeutet nicht, dass sich alles mit Gewissheit wissen lässt. Vieles lässt sich nur auf vernünftige Weise rekonstruieren, indem man Daten, Quellen und Zusammenhänge vergleicht. Wohl aber bedeutet er, dass die Szene nicht aus irgendeinem von der Gewohnheit angehäuften Bild gebaut wird, sondern aus einem Willen zum Verstehen.

Eine biblische Krippe ersetzt die Tradition nicht durch Archäologie. Sie verwandelt die künstlerische Schöpfung auch nicht in ein dokumentarisches Modell. Was sie tut, ist, von der Tradition eine aufmerksamere Lektüre zu verlangen, und von der Vorstellungskraft eine wahrere Grundlage.


Historische Luftaufnahme von Betlehem mit Steinbauten und überwiegend flachen Dächern.
Luftaufnahme von Betlehem, 1937.
Fotografie von Zoltan Kluger. Flachdächer, kubische Baukörper, heller Stein und eine Stadt, die sich den terrassierten Hügeln anpasst. Das Bild taugt nicht dazu, das Betlehem des 1. Jahrhunderts zu rekonstruieren, wohl aber dazu, eine Konvention in Frage zu stellen: Wo ist die runde Kuppel, die so viele Krippen im «hebräischen» Stil zum selbstverständlichen Zeichen des Biblischen gemacht haben? Sie erscheint nicht als vorherrschender Zug, weil sie aus einer anderen Vorstellungswelt stammt: aus einer orientalisierten Architektur arabischer und osmanischer Herkunft, gefiltert durch den europäischen Orientalismus des 19. Jahrhunderts und danach festgeschrieben durch das Kino, die Andachtsillustration und die Wiederholung im Krippenbau. Zwischen der Zeit Jesu und jener Welt liegen mehr als 6 Jahrhunderte. 2

Die Erzählung und die Welt: zwei Achsen, die man nicht verwechseln sollte

Die Authentizität einer biblischen Krippe ruht auf zwei Achsen, die man nicht vermischen sollte.

Die eine ist die Erzählung: was die Evangelien des Matthäus und des Lukas über die Geburt Jesu berichten, andeuten oder verschweigen. Diese Achse hat später ein eigenes Kapitel, in dem der Text der Evangelien als das behandelt wird, was er für den Krippenbauer ist: ein Drehbuch, das aufmerksam gelesen werden muss.

Die andere ist die Welt, in der diese Erzählung verortet ist: das Judäa des 1. Jahrhunderts, mit seinem historischen Rahmen, seiner materiellen Kultur und den konkreten Männern und Frauen, die es bewohnten.

Beide Achsen sind notwendig

Achten wir nur auf die Erzählung, so kann eine fromme Szene ohne Welt herauskommen. Achten wir nur auf den historischen Zusammenhang, so können wir eine korrekte Ausstattung bauen, aber ohne erzählerische Seele. Die biblische Krippe braucht beides: eine wiedererkennbare Geschichte und eine glaubwürdige Welt, in der diese Geschichte Gestalt annehmen kann.

Dieses Kapitel 2 befasst sich vor allem mit der zweiten Achse: der Welt, die die Szene möglich macht.

Fragment des Papyrus P1 mit griechischem Text des Matthäusevangeliums.
Die Achse der Erzählung. Papyrus 1 (P1), recto: Matthäus 1,1–9.12. 3. Jahrhundert n. Chr. University of Pennsylvania Museum, Inv. E2746. Gemeinfrei.
Der Anfang der Geburtserzählung in ihrer ältesten erhaltenen materiellen Gestalt: ägyptischer Papyrus, fortlaufende Schrift ohne Worttrennung. Der Krippenbauer braucht diese Achse: genau zu wissen, was der Text erzählt, was er andeutet und was er verschweigt. 3
Modell Jerusalems zur Zeit des Zweiten Tempels.
Die Achse der Welt. Modell Jerusalems zur Zeit des Zweiten Tempels, Maßstab 1:50, um 66 n. Chr. Israel Museum, Jerusalem. Wikimedia Commons. CC BY-SA.
Die materielle Welt, in der die Erzählung verortet ist: Judäa unter römischer Herrschaft, mit seiner Architektur, seiner Topografie und seinem Alltagsleben. Ohne diese Achse kann die Szene ohne Welt bleiben. 4

Erläuternde Anmerkung
Bevor wir auf diese Ebenen eingehen, sollte man sich an etwas Einfaches erinnern: Der Künstler stellt nicht nur dar, was er sieht; er stellt auch von dem her dar, was er zu wissen glaubt.
Stellt er sich Betlehem als stets heißes Land vor, werden seine Figuren, ihre Gewänder, sein Licht und seine Atmosphäre aus dieser Vorstellung entstehen. Begreift er, dass Betlehem und Jerusalem im Winter kalt und regnerisch sein können, wird die Szene andere Entscheidungen verlangen.
Deshalb beginnt die Authentizität auch damit, die Vorbilder zu überprüfen, aus denen heraus wir schaffen. Diese Frage wird in den nächsten Kapiteln ausführlicher behandelt, wenn von Referenzen, Bildgedächtnis und Vorstellungskraft die Rede ist.

Die Weisen durchqueren mit ihren Kamelen eine dürre Landschaft, in einem Werk von James Tissot.
James Tissot, The Magi Journeying (Les rois mages en voyage), 1886–1894.Gouache über Grafit auf grauem Velinpapier, 20,2 × 29,2 cm. Brooklyn Museum, Inv. 00.159.30. Gemeinfrei. 5
Verschneites Betlehem auf einer im Februar 1921 aufgenommenen Fotografie.
American Colony Photo Department, Bethlehem and surroundings. Bethlehem in snow, 25. Februar 1921.Sammlung Matson, Library of Congress, LC-DIG-matpc-05487. Keine bekannten Veröffentlichungsbeschränkungen. 6

Tissot malte die dürre, heiße Landschaft, die Jerusalem von Jericho trennt: Ocker, Kamele, Wüstenlicht. Die Fotografie zeigt Betlehem im Winter, weniger als 30 Kilometer entfernt. Betlehem liegt 762 Meter hoch, erhält mehr als 500 mm Regen im Jahr, und es kann schneien. Der Vergleich will nicht Kunst und Dokument gegeneinander ausspielen, sondern auf etwas Einfacheres hinweisen: Eine vorgefasste Vorstellung bestimmt die Darstellung. Stellt sich der Schaffende das Heilige Land als ewige Wüste vor, wird diese Vorstellung das Licht, die Gewänder, die Atmosphäre und die Haltung der Figuren beeinflussen. Der Künstler stellt nicht nur dar, was er sieht: Er stellt auch von dem her dar, was er zu wissen glaubt.


Die Ebenen der Authentizität der dargestellten Welt

1. Der historische und gesellschaftliche Rahmen

Die Geburt Jesu geschieht nicht in einer abstrakten Zeit oder in einem erfundenen Land. Sie ist in einem bestimmten Moment verortet: in einem Judäa unter römischer Herrschaft, mit politischen Spannungen, sozialen Ungleichheiten und einer sehr ausgeprägten religiösen Identität.

Diese Szene wahrhaftiger darzustellen verlangt zumindest, diesen Rahmen nicht auszulöschen.

Das bedeutet nicht, die Krippe mit historischen Erklärungen zu füllen. Eine Szene soll nicht zur bebilderten Lektion werden. Doch der Künstler, der sie komponiert, muss wissen, von wo aus er arbeitet. Es ist nicht dasselbe, sich eine Geburt in einem idealisierten europäischen Dorf vorzustellen oder sie in ein unterworfenes, armes, religiöses und von tiefen Hoffnungen durchzogenes Land zu stellen.

Die Geschichte zeigt sich nicht nur in den großen Gebäuden oder in den mächtigen Gestalten. Sie zeigt sich auch in der Kleinheit einer Behausung, in der Armut einiger Gegenstände, in der Form eines Weges, in der Anwesenheit einiger Hirten oder in der Art, Familie, Gastfreundschaft, Arbeit und Erwartung zu verstehen.

2. Die materielle Kultur

Die Häuser, die Mauern, die Gefäße, die Stoffe, die Werkzeuge, die Futterkrippen, die Beleuchtung, die Wege und die häuslichen Räume sind keine nebensächlichen Verzierungen. Sie gehören zur sichtbaren Welt, in der die Geschichte Gestalt annimmt.

Auch hier entscheidet sich die Authentizität: am alltäglichen Stoff einer bestimmten Gesellschaft.

Eine Lampe, ein Krug, ein Mantel, eine Tür, eine Wand oder eine Schattenzone mögen wie geringere Einzelheiten wirken. Doch in einer gut durchdachten Szene sind sie keine bloßen Beigaben. Sie helfen zu sagen, wo wir sind, welche Art Leben die Gestalten umgibt und welche Welt die Erzählung still trägt.

Das Problem liegt nicht darin, dass eine Szene schlicht ist. Im Gegenteil: Die Geburt Jesu verlangt oft Schlichtheit. Das Problem entsteht, wenn diese Schlichtheit aus wiederholten Formeln hervorgeht, die keinen klaren Bezug zu der Welt haben, die man darstellen will.

Es genügt nicht, Stein, Holz oder grobe Stoffe hinzustellen. Man muss sich fragen, welcher Stein, welches Holz, welche Stoffe, welche Wohnformen und welche Gegenstände in diesem Zusammenhang Sinn ergeben.

3. Die jüdische Identität der Hauptgestalten

Maria, Josef, die Hirten und ihre Nachbarn waren Juden des 1. Jahrhunderts. Sie waren keine allgemeinen Gestalten einer idealisierten Weihnacht, keine europäischen Bauern späterer Epochen und keine aus der Fantasie gebauten orientalischen Figuren.

Dieser Unterschied ist nicht dekorativ. Er betrifft die Art, sich zu kleiden, zu wohnen, sich fortzubewegen, zu arbeiten, zu beten und sich in der Welt zu verorten.

Er betrifft auch die Art, die Erzählung zu verstehen. Die Geburt Jesu geschieht nicht in einem religiösen Vakuum. Sie gehört zu einem Volk mit Gedächtnis, mit Schriften, mit Bräuchen, mit Hoffnung und mit einer konkreten Beziehung zu Gott, zum Gesetz, zum Tempel und zu den empfangenen Verheißungen.

Deshalb besteht die Darstellung Marias, Josefs oder der Hirten als Juden ihrer Zeit nicht darin, äußere Zeichen von «Altertümlichkeit» hinzuzufügen. Sie besteht darin, sie nicht aus der Welt zu reißen, die ihnen menschliche und geistliche Tiefe gibt.

Die biblische Krippe sucht keine als Menschen der Antike verkleideten Gestalten. Sie sucht Figuren, die in ihrem eigenen Land, ihrer eigenen Kultur und ihrer eigenen Geschichte verstanden werden können.

4. Die menschliche Verfassung der Szene

Die Authentizität erschöpft sich nicht in der historischen Angabe oder in der materiellen Kultur. Sie hat auch mit der menschlichen Verfassung der Hauptgestalten zu tun.

Die Geburt Jesu ist kein idealisiertes Bild ohne Tiefe. Sie ist eine Szene, die von Verletzlichkeit, Erwartung, Armut, Fürsorge und Verheißung durchzogen ist.

Maria ist nicht nur eine neben das Kind gestellte Figur. Josef ist nicht nur ein Begleiter, den man braucht, um die Komposition zu vervollständigen. Die Hirten sind nicht nur volkstümliche Gestalten, die die Szene beleben. Sie alle gehören zu einer konkreten menschlichen Lage.

Da sind Müdigkeit, Ungewissheit, Schutzlosigkeit vor Wind und Wetter, Geborgenheit, Stille, Aufmerksamkeit, Glaube. Da ist eine wirkliche Geburt, unter bescheidenen Umständen, innerhalb einer Geschichte, die sich von außen nicht ganz verstehen lässt.

Verschwindet diese menschliche Dimension, kann die Szene schön, lieblich oder dekorativ bleiben, aber sie verliert an Tiefe. Die biblische Treue besteht nicht nur darin, die Gegenstände richtig zu treffen. Sie besteht auch darin, die Zerbrechlichkeit des dargestellten Ereignisses nicht auszulöschen.

Teilweise in den Fels gehauener Wohnraum in Betlehem, mit einer Mutter und einem Säugling.
Betlehem, ca. 1920–1933. American Colony Photo Department, Bethlehem and surroundings. Bethlehem. A manger home. Room, part cave. Swaddled baby & dove-cote. Sammlung Matson, Library of Congress, LC-DIG-matpc-02604. Keine bekannten Veröffentlichungsbeschränkungen.
Die Fotografie rekonstruiert nicht das Betlehem des 1. Jahrhunderts, aber sie lässt etwas Wichtiges sehen: Eine Szene entsteht nicht nur aus großen Symbolen, sondern aus häuslichen Räumen, Mauern, ausgehöhlten Bereichen, Tieren, Stoffen und Gesten der Fürsorge. Die materielle Kultur ist kein der Erzählung hinzugefügter Schmuck; sie ist die sichtbare Welt, in der das Leben Gestalt annimmt. 7

Warum viele überlieferte Bilder nicht genügen

Die Schwierigkeit liegt nicht nur im Mangel an Dokumentation. Sie liegt auch in der Kraft der überlieferten Bilder.

Jahrhundertelang ist die Krippe von sehr verschiedenen Traditionen geformt worden: barocken, sittenbildlichen, regionalen, frommen, orientalistischen oder theatralischen. All das hat ein überaus reiches Bilderbe hervorgebracht, das aber nicht immer mit dem Judäa des 1. Jahrhunderts übereinstimmt.

Deshalb erscheinen noch immer ganz selbstverständlich Szenen, in denen nebeneinander bestehen:

  • mittelalterliche, alpenländische oder regionale Bauten mit Figuren von orientalischem Gepräge;
  • theatralische oder prunkvolle Gewänder, die der materiellen Wirklichkeit der Erzählung fremd sind;
  • halbnackte Gestalten in winterlichen Szenen, während in Betlehem Kälte und Regen zum jahreszeitlichen Landschaftsbild gehören;
  • Darstellungen des Jesuskindes nackt und mit einer Körperlichkeit, die eher einem mehrere Monate alten Säugling als einem Neugeborenen entspricht. Auch wenn diese Bilder innerhalb der künstlerischen Tradition eine symbolische Absicht haben können, zeigen sie, wie ein überliefertes Bild die unmittelbare Lektüre des Lukas verdrängen kann, bei dem Maria das Neugeborene in Tuchbänder wickelt, bevor sie es in die Krippe legt. Dieser Punkt wird im Block Szenen der Geburt Jesu, auf der Seite dieser Szene, ausführlicher behandelt;
  • Weise aus dem Morgenland, die eher aus ikonografischer Fantasie als aus einer aufmerksamen Lektüre des biblischen Textes gebaut sind.

Nichts davon entwertet den ästhetischen, frommen oder kulturellen Wert anderer Traditionen. Manche haben Werke von großer Schönheit hervorgebracht und gehören zur lebendigen Geschichte der Krippe.

Doch wenn man eine biblische Krippe mit größerer historischer, erzählerischer und menschlicher Folgerichtigkeit sucht, muss man anerkennen, dass diese Bilder für sich allein nicht genügen.

Ein Bild kann überliefert, geliebt und wertvoll sein und zugleich nicht ausreichen, um die biblische Welt, auf die es sich zu beziehen vorgibt, wahrhaftig darzustellen.

Das Problem entsteht, wenn die überlieferten Bilder nicht mehr kritisch betrachtet werden. Man empfängt sie, wiederholt sie und verteidigt sie, als wären sie selbstverständlich. Dann wirkt die Bildtradition nicht mehr als lebendige Tradition und wird zum Automatismus.

Nicht, dass diese Bilder wertlos wären. Aber wenn man sie nicht prüft, können sie am Ende schwerer wiegen als die Erzählung selbst, die sie darzustellen vorgeben.

Das gewickelte Neugeborene, von zwei Frauen gehalten, in einem Gemälde von Georges de La Tour.
1. Das gewickelte NeugeboreneGeorges de La Tour, Das Neugeborene, um 1645, Musée des Beaux-Arts, Rennes. 8
Von einer Lampe beleuchtete Anbetung der Hirten in einem Gemälde von Rembrandt.
2. Nacht, Lampe und SammlungRembrandt van Rijn, Die Anbetung der Hirten, um 1646, Alte Pinakothek, München. 9
Anbetung der Hirten mit dem nackten, leuchtenden Kind in einem Gemälde von Murillo.
3. Das nackte Kind als überliefertes SinnbildBartolomé Esteban Murillo, Die Anbetung der Hirten, um 1650–1660, Museo del Prado, Madrid. 10

Dasselbe Jahrhundert, drei Lesarten derselben Erzählung. Bei La Tour ist das Kind in Wickelbänder gehüllt: Es ist ein Neugeborenes. Bei Rembrandt ist es kaum zu sehen, aber gewickelt und von Marias Armen umfangen, und das Licht kommt von einer Öllampe, die Josef hält —nicht von einem übernatürlichen Glanz—: Er ist nicht Zuschauer, sondern derjenige, der es den anderen möglich macht, das Kind zu sehen. Bei Murillo ist es nackt, wach und leuchtet aus sich selbst: ein Bild von großer frommer Kraft, das aber nicht mehr Lukas folgt, sondern einer Malkonvention, die ihn verdrängt hat.

Bildvergleich zum Neugeborenen und zur Rolle Josefs.

Die künstlerische Tradition hat das Jesuskind nicht immer auf dieselbe Weise dargestellt.

In vielen Werken erscheint das Kind nackt, wach und mit einer Körperlichkeit, die eher einem mehrere Monate alten Säugling als einem Neugeborenen entspricht.

Dieses Bild kann innerhalb der christlichen Tradition eine symbolische Absicht haben, zeigt aber auch, wie eine überlieferte Form die unmittelbare Lektüre des Lukas verdrängen kann, bei dem Maria das Neugeborene in Tuchbänder wickelt, bevor sie es in die Krippe legt.

Das Bild des gewickelten Kindes ruft die menschliche Geste der Fürsorge in Erinnerung.

In Murillos Anbetung der Hirten bleibt Josef vor allem betrachtender Zeuge der Szene.

In Rembrandts Anbetung der Hirten ändert sich seine Rolle: Josef nimmt tätig teil: Er hält die Öllampe. Und das ist keine Nebensächlichkeit. Indem Josef das Neugeborene beleuchtet, «ist» er nicht nur in der Szene; er hilft zu enthüllen, was geschieht. Das Licht geht durch seine Geste. Das gibt ihm eine kompositorische, menschliche und beinahe theologische Aufgabe: Er ist kein hinzugefügter Zuschauer, sondern Teil der Fürsorge und des Offenbarwerdens des Kindes.

Das Problem ist nicht die Bildtradition an sich, sondern dass man aufhört, sich zu fragen, was jedes Bild sagt, woher es stammt und in welchem Verhältnis es zu der Erzählung steht, die es darzustellen behauptet.


Nicht jede Deutung wirft dasselbe Problem auf

Man sollte klar zwischen mehreren Arten unterscheiden, die Geburt Jesu darzustellen.

Das eine ist eine regionale volkskundliche Deutung —provenzalisch, tirolerisch, neapolitanisch, katalanisch, madrilenisch, bayerisch oder aus irgendeiner anderen örtlichen Tradition—. In diesen Fällen ist die Verschiebung offenkundig: Niemand erwartet, dass diese Szenen sich als historische Rekonstruktion des Judäa des 1. Jahrhunderts ausgeben. Sie sind kulturelle und fromme Übertragungen der Erzählung, und ihre Wahrheit gehört einer anderen Ordnung an.

Etwas anderes ist eine freie oder zeitgenössische, ja abstrakte Deutung. Auch hier kann eine wertvolle Lesart liegen, sofern sie als künstlerische Deutung und nicht als historische Darstellung kenntlich ist.

Das Problem entsteht an anderer Stelle: wenn eine Szene oder einige Figuren sich als «hebräisch», «biblisch», «authentisch» oder beinahe archäologisch ausgeben und in Wirklichkeit späteren Bildkonventionen folgen, die oft ohne kritische Prüfung übernommen wurden.

Dann ist die Frage nicht mehr nur eine des Stils. Sie ist eine Frage der Klarheit.

Eine Deutung kann berechtigt sein, auch wenn sie nicht historisch ist. Was man nicht tun sollte, ist, ihr eine historische Autorität umzuhängen, die sie nicht tragen kann.

Es geht also nicht darum, eine Konvention durch eine andere zu ersetzen. Es geht nicht darum, eine europäische Ästhetik gegen eine «hebraisierende» auszutauschen und das Problem für gelöst zu halten. Es geht darum, zu lernen, aus einem wahreren Verständnis heraus darzustellen.

Neapolitanische Krippe mit Architektur, Figuren und Szenen des Alltagslebens.
Neapolitanische Krippe, 18.–19. Jahrhundert. Museo Nacional de Artes Decorativas, Madrid. Fotografie von Daderot, Wikimedia Commons. Gemeinfreies Werk.
Die neapolitanische Krippe will nicht das Judäa des 1. Jahrhunderts rekonstruieren. Sie versetzt die Geburt Jesu in eine eigene Kulturwelt voller Architektur, Kleidung, Handwerke, Gesten und Alltagsleben der neapolitanischen Tradition. Deshalb funktioniert sie als bewusste Übertragung der Erzählung. Das Problem liegt nicht darin, die Szene in eine andere Welt zu versetzen, sondern darin, eine Übertragung so auszugeben, als wäre sie eine historische Rekonstruktion der ursprünglichen Welt. 11

Der hebräische Stil: was er zu sein vorgibt und was er ist

Man sollte zwei Dinge unterscheiden, die fast immer so ausgesprochen werden, als wären sie dasselbe.

Das eine ist, was der hebräische Stil zu sein vorgibt. Das andere ist, was der hebräische Stil ist.

Diese Unterscheidung entsteht nicht aus Ablehnung, sondern aus einem Bedürfnis nach Klarheit. In der Geschichte der Künste lebt kein Stil außerhalb der Zeit. Jede Sprache erscheint in einem Zusammenhang, antwortet auf bestimmte Fragen, erreicht ihren Höhepunkt und macht früher oder später neuen Weisen des Sehens Platz.

Dass ein Stil überwunden wird, heißt nicht, dass er seinen Wert verliert. Der Barock verliert seine Größe nicht, weil danach die Klassik kommt. Bach ist nicht schlechter als Mozart, weil Mozart einem anderen musikalischen Horizont angehört. Es sind verschiedene Welten, mit verschiedenen Fragen, mit verschiedenen Weisen, Komposition, Gleichgewicht, Empfindung und Zeit zu verstehen.

In der Krippenkunst geschieht etwas Ähnliches. Der sogenannte hebräische Stil gehört einer bestimmten Etappe der Geschichte der Krippe an. Zu seiner Zeit wollte er sich von der volkstümlichen europäischen Krippe entfernen und sich der biblischen Welt nähern. Diese Absicht hatte ihren Sinn. Doch eine Etappe kann nicht eingefroren bleiben, als wäre sie die endgültige Antwort.

Die biblische Krippe entsteht nicht gegen den hebräischen Stil. Sie entsteht nach ihm. Sie erkennt ihn als früheren Versuch an, kann sich aber nicht darauf beschränken, ihn zu wiederholen.

Was der hebräische Stil zu sein vorgibt, ist eine Darstellung, die dem Land und der Zeit der Geburt Jesu treu ist. Daher sein Ansehen: Gegenüber der volkstümlichen Krippe —die die Szene ohne Verhehlen in die pyrenäische, neapolitanische, arlesische, bayerische oder irgendeine andere örtliche Landschaft versetzt— gibt sich die hebräische als diejenige aus, die zum Original zurückgekehrt ist. Das ist ihr Anspruch.

Doch was er ist, wenn man der Spur folgt, woher seine Formen kommen, ist etwas anderes. Er ist eine Bildkonvention, die sich vor allem zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert angesammelt hat, gebaut aus Stoffen, die nicht unmittelbar aus dem Judäa des 1. Jahrhunderts stammen und die nicht einmal immer eigentlich jüdische Stoffe sind.

Die großen Beiträge, die diesem Bild Gestalt gegeben haben, sind mehrere.

Der erste ist die europäische orientalistische Malerei des 19. Jahrhunderts. Holman Hunt, James Tissot und viele Illustratoren von Bibeln des 19. Jahrhunderts reisten ins Heilige Land und kehrten mit einem Bild des Orients zurück, das von ihrer eigenen Zeit geprägt war: lange, wallende Tuniken, kunstvolle Turbane, patriarchalische Bärte, feierliche Haltungen, dürre Landschaften, Ruinen, Kamele, Zelte und Figuren, die in einer Art erdachtem Altertum stillstehen.

Jenes Bild zeigte nicht den galiläischen Juden des 1. Jahrhunderts. Es zeigte oft den osmanischen Bauern, den Beduinen oder den damaligen Bewohner Palästinas, gesehen durch den romantischen, religiösen und kolonialen Geschmack des europäischen Nordens. Dennoch wurde dieses Bild nach und nach zu einer Bildvorlage dafür, wie die biblische Welt «zu sein hatte».

Jesus unter den Lehrern im Tempel auf dem Gemälde von William Holman Hunt.
William Holman Hunt, The Finding of the Saviour in the Temple, 1860. Öl auf Leinwand. Birmingham Museums Trust, Inv. 1896P80. Gemeinfrei.
Hunt wollte der biblischen Szene ein besser dokumentiertes, dem Heiligen Land näheres Aussehen geben, doch das Bild gehört weiterhin zum Bildhorizont des 19. Jahrhunderts: eine erdachte Rekonstruktion der biblischen Welt, gefiltert durch den europäischen Orientalismus, die viktorianische Theatralik und den Wunsch, im Orient ein lebendiges Altertum zu sehen. Werke dieser Art halfen, eine Vorstellung vom «Biblischen» festzuschreiben, die danach in die Andachtsillustration, ins Kino und in die Krippenkunst selbst übergehen konnte. 12

Der zweite Beitrag ist das Kino. The King of Kings von Cecil B. DeMille, Ben-Hur, The Greatest Story Ever Told oder Franco Zeffirellis Jesus von Nazareth schrieben im modernen Bildgedächtnis eine Art fest, die Welt der Bibel zu kleiden, sich in ihr zu bewegen, sie anzusehen und auszuleuchten.

Diese Filme erzählten nicht nur Geschichten. Sie schufen eine Bildgrammatik. Ihre Mäntel, ihre Farben, ihre Gesten, ihre Bärte, ihre Tuniken, ihre Hirtengruppen und ihre Wüstenschauplätze wurden Teil dessen, was viele Menschen danach als «biblisch» wiedererkannten. Die Krippenkunst nahm dieses Bild auf und gab es wieder, manchmal ganz unmittelbar.

Ein guter Teil dessen, was wir heute an einer Figur als «hebräisches Gepräge» erkennen, stammt nicht aus einer historischen Untersuchung des 1. Jahrhunderts, sondern aus jenem Bildgedächtnis, das Malerei, Andachtsillustration und Kino angehäuft haben.

Plakat des Films The King of Kings von 1927.
Cecil B. DeMille, The King of Kings, 1927. Filmplakat. Pathé Exchange. In den Vereinigten Staaten gemeinfrei.
Das klassische Bibelkino erzählte nicht nur religiöse Geschichten: Es schrieb eine Art fest, sich die Welt der Bibel bildlich vorzustellen. Seine Tuniken, Bärte, feierlichen Gesten, monumentalen Kompositionen und orientalisierenden Schauplätze wurden Teil dessen, was viele Menschen danach als «biblisch» wiedererkannten. Ein Teil dieser Bildwelt gelangte auch in die Krippenkunst, wo er mit einer historischen Authentizität verwechselt werden konnte, die in Wirklichkeit aus der modernen Bildkultur stammte.
DeMille stellte religiöse Berater ein, gab archäologische Untersuchungen in Auftrag und suchte historische Authentizität. Das Ergebnis war ein Jesusbild, das auf der abendländischen Maltradition aufbaute: weiße Tunika, langes Haar, symmetrischer Bart, feierliche Haltung. Dieses Bild stammt aus keiner Quelle des 1. Jahrhunderts; es stammt von den Christusgestalten der italienischen Renaissance und des nordischen Barock, auf Zelluloid übertragen. The King of Kings verbreitete es in der ganzen Welt —jahrzehntelang in Kirchen, Schulen und Missionen auf allen Kontinenten vorgeführt— und machte es für ganze Generationen von Illustratoren, Katecheten und Krippenbauern zur bildlichen Referenz des Biblischen.
Die Standbilder aus Ben-Hur (1959) und The Greatest Story Ever Told (1965) unterliegen weiterhin dem Urheberrecht. 13 14

Der dritte Beitrag ist die ethnografische Projektion. Ende des 19. Jahrhunderts und während eines guten Teils des 20. Jahrhunderts beschrieben Reisende, Fotografen, Archäologen, Missionare und Gelehrte die bäuerlichen oder beduinischen Bräuche Palästinas oft so, als wären sie ein fast unversehrtes Fortleben der biblischen Zeit.

Daraus entstand eine sehr hartnäckige Vorstellung: Um sich einen Hirten aus der Zeit Jesu vorzustellen, genüge es, einen Beduinen des 19. oder 20. Jahrhunderts zu betrachten. Doch diese Gleichsetzung ist fragwürdig. 2000 Jahre gehen nicht spurlos vorüber, nicht einmal in traditionellen Gesellschaften. Außerdem waren die Juden Judäas und Galiläas im 1. Jahrhundert keine Beduinen der modernen Wüste.

Die Projektion war mächtig und hinterließ Spuren. Sie half, ein Bild des «biblischen Orients» festzuschreiben, das alt wirkte, weil es ländlich, arm oder traditionell war, das sich aber nicht ohne Weiteres mit der historischen Welt der Geburt Jesu gleichsetzen ließ.

Zwischen 1898 und 1946 in Palästina fotografierte Beduinenhirten.
Beduin [i.e., Bedouin] shepherds, Palästina, zwischen 1898 und 1946.
Fotografien wie diese halfen, ein modernes Bild des «biblischen Hirten» festzuschreiben: ländlich, arm, traditionell und scheinbar außerhalb der Zeit. Doch das Bild dokumentiert nicht das Judäa des 1. Jahrhunderts. Es dokumentiert eine moderne beduinische und palästinensische Wirklichkeit, die oft als bildliche Analogie benutzt wurde, um sich die Welt der Bibel vorzustellen. Darin liegt das Problem der ethnografischen Projektion: ein scheinbares kulturelles Fortleben mit einem unmittelbaren Fenster in die biblische Vergangenheit zu verwechseln. 15
Hirte mit seiner Herde zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Hirte, ca. 1900–1920.
Das Archiv selbst betitelt diese Fotografie als «zur Veranschaulichung von “Er führet mich auf rechter Straße” aus Psalm 23». Sie dokumentiert nicht das Judäa des 1. Jahrhunderts: Sie dokumentiert einen palästinensischen Hirten vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Doch der Fotograf —und diejenigen, die das Bild kauften und veröffentlichten— hatten ihn bereits in etwas anderes verwandelt: in einen bildlichen Beweis dafür, dass die biblische Welt vor ihren Augen lebendig und fast unversehrt fortbestand. Diese Geste der Projektion ist genau die, die die Krippenkunst geerbt hat: ein Bild, das alt wirkt, weil es ländlich und arm ist, das aber einer anderen Zeit und einer anderen Kultur angehört. 16
Palästinensischer Hirte auf den Feldern bei Betlehem in den 1930er Jahren.
Betlehem von Osten. Hirtenfelder, Hirtenfigur, zwischen 1934 und 1939.
American Colony Photo Dept. Sammlung Matson. Library of Congress. Keine bekannten Veröffentlichungsbeschränkungen. Ref. matpc 22262.
Diese Fotografie dokumentiert einen palästinensischen Hirten der 1930er Jahre in der Umgebung von Betlehem —nicht den jüdischen Hirten des 1. Jahrhunderts, den die Evangelien in die Erzählung von der Geburt Christi stellen. Zwischen beiden liegen 20 Jahrhunderte des Wandels in Sprache, Kultur, Religion und Lebensweise. Dennoch wurden Bilder wie dieses jahrzehntelang gelesen, als wären sie ein unmittelbares Fenster in die biblische Welt: Sie wirkten alt, weil sie ländlich, arm oder traditionell waren. Diese Geste der Projektion —das Heutige mit dem Historischen zu verwechseln, weil beide Armut oder Schlichtheit teilen— ist genau die, die die Krippenkunst geerbt hat. 17 Dazu kommt eine vierte Zutat, unauffälliger, aber entscheidend: die Wiederholung von Werkstatt zu Werkstatt. Die Werkstätten kopieren von den früheren Werkstätten. Ein Kleidungsstück, das ein Bildhauer vor 80 Jahren einer Figur anzog, weil er es auf einem Stich, in einem Film, auf einem Andachtsbild oder an einer fremden Figur gesehen hatte, taucht im nächsten Katalog wieder auf, und im übernächsten, und im darauffolgenden. Mit der Zeit wird, was als Deutung entstand, zur Gewohnheit. Danach nimmt die Gewohnheit den Anschein von Wahrheit an.

So bilden sich viele Bildkonventionen. Nicht durch eine bewusste und dokumentierte Entscheidung, sondern durch Anhäufung, Wiederholung und Vergessen des Ursprungs.

Seite eines französischen Verkaufskatalogs für Krippenfiguren vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Katalog von Krippenfiguren, Firma Auguste Peaucelle-Coquet Fils, ca. 1895–1900.
Verkaufsheft, 16 Seiten. Wikimedia Commons. Gemeinfrei.
Ein und derselbe Hirtentypus, in Serie hergestellt, in mehreren Größen und Preisen, per Katalog an Werkstätten und Geschäfte in ganz Europa vertrieben. Hier zeigt sich der Mechanismus in seiner wörtlichsten Form: Eine Figur entsteht als Deutung eines Einzelnen, gelangt in einen Katalog, und von diesem Katalog aus geht sie in die nächste Werkstatt über, und in die übernächste. Mit der Zeit erinnert sich niemand mehr, woher das Kleidungsstück, die Geste oder der Gegenstand kam. Was als Entscheidung entstand, wird zur Gewohnheit. Was Gewohnheit war, nimmt den Anschein von Wahrheit an. 18

Es bleibt noch ein Unbehagen im Namen selbst. «Hebräisch» zu sagen ruft leicht die Israeliten des Alten Testaments wach: Abraham, Mose, David, die Patriarchen, den Exodus, die alten Reiche Israel und Juda. Die Geburt Jesu aber ist in der jüdischen Welt Judäas und Galiläas im 1. Jahrhundert verortet, nach tiefgreifenden Umwälzungen in materieller Kultur, Sprache, Religion, Architektur, Institutionen und Alltagsleben.

Ein Hoherpriester des herodianischen Tempels kleidete sich nicht wie Abraham. Ein galiläischer Bauer aus der Zeit Jesu lebte nicht wie ein halbnomadischer Patriarch. Und einen jüdischen Hirten aus der Gegend von Betlehem kann man sich nicht ohne Weiteres wie einen Beduinen aus dem Negev von 1920 vorstellen.

«Hebräisch» als Etikett zu gebrauchen, stiftet schon Verwirrung, bevor man überhaupt anfängt. Es scheint biblische Genauigkeit zu verleihen, vermischt aber in Wirklichkeit sehr verschiedene Epochen, Völker, Bilder und Traditionen.

Das Paradox, wenn man es in Ruhe betrachtet, ist dieses: Viele nicht biblische Deutungen sind ehrlicher, als es manchmal scheint, gerade weil sie ihre Verschiebung nicht verbergen.

Die Krippe, in der Maria und Josef in einer pyrenäischen, neapolitanischen, provenzalischen, Tiroler oder bayerischen Landschaft erscheinen, will keine historische Rekonstruktion des Judäa des 1. Jahrhunderts sein. Sie ist eine kulturelle und fromme Übertragung der Erzählung: Sie trägt die Geburt Jesu in die Welt dessen, der sie schafft und betrachtet.

Deshalb funktioniert die volkstümliche, regionale oder sittenbildliche Krippe als das, was sie ist: ein sichtbares Gebet eines Volkes, einer Region, einer bestimmten Tradition, keine archäologische Rekonstruktion des 1. Jahrhunderts.

Es gibt auch zeitgenössische Krippen mit gesellschaftskritischem Anspruch, die die Weihnachtstradition benutzen, um die Gegenwart kritisch zu lesen: die Armut, den Krieg, die Wohnungsnot, die Entvölkerung, die Einsamkeit oder die soziale Ungerechtigkeit. Auch in diesen Fällen wird die Verschiebung nicht verborgen. Die Szene sagt nicht «so war es historisch», sondern «das spricht noch immer von uns».

Deshalb können sie als das funktionieren, was sie sind: kulturelle, fromme, gesellschaftliche oder symbolische Übertragungen der Erzählung.

Das Problem entsteht, wenn eine Darstellung sich als Rückkehr in die ursprüngliche Welt ausgibt und sich dennoch auf spätere Bildkonventionen stützt, die nicht wirklich aus dem Judäa des 1. Jahrhunderts stammen. Lange Zeit hat der sogenannte hebräische Stil diesen Platz eingenommen: den des «Authentischen», des «Biblischen», dessen, was die Geburt Jesu angeblich an ihren wahren Schauplatz zurückführt. Doch diese Gleichsetzung muss überprüft werden. Eine Szene ist nicht authentischer, weil sie die regionale Landschaft verlässt und ein orientalisierendes Aussehen annimmt. Sie ist es nur, wenn ihre bildnerischen Entscheidungen aus einem strengeren Verständnis der Erzählung, des Zusammenhangs und der menschlichen Welt hervorgehen, die sie darstellen will.

Die hebräische Krippe gibt ein anderes Versprechen. Sie sagt nicht einfach: «Ich übertrage die Erzählung in meine Welt.» Sie sagt, ausdrücklich oder stillschweigend: «Ich nähere mich der ursprünglichen Welt.» Dort beginnt das Problem.

Denn wenn sie Geschichtlichkeit verspricht, muss sie sie auch einlösen können. Und wenn man ihre Formen prüft, sieht man, dass viele von ihnen aus späteren Bildwelten stammen: europäischem Orientalismus, Bibelillustrationen des 19. Jahrhunderts, religiösem Kino, ethnografischen Projektionen und der Wiederholung von Werkstatt zu Werkstatt.

Deshalb lässt sich sagen, dass die hebräische Krippe ein Versprechen gibt, das sie nicht ganz halten kann: Sie sagt, sie rekonstruiere, während sie in Wirklichkeit stilisiert. Und sie stilisiert obendrein aus Bildmaterial, das nicht unmittelbar aus der Welt stammt, die sie darzustellen behauptet.

Es geht nicht darum, dass sie eine schlechte Tradition wäre. Das ist sie nicht. Sie hat Momente der Schönheit, hat wertvolle Werke hervorgebracht und stand zu ihrer Zeit für den Willen, sich der biblischen Welt zu nähern. Doch man sollte sie dort einordnen, wo sie hingehört: als eine Etappe der Krippenkunst, nicht als die endgültige Antwort auf die Frage nach der biblischen Krippe.

Das Problem ist nicht, dass es den hebräischen Stil gibt. Das Problem ist, dass man ihn mit einer historischen Authentizität verwechselt, die er ohne Überprüfung nicht tragen kann.

Aus dieser Sicht kann die biblische Krippe nicht einfach daraus entstehen, dass man den hebräischen Stil vervollkommnet. Es genügt nicht, eine Tunika zu verbessern, eine Architektur auszutauschen, mehr Stein hinzuzufügen, die Farbpalette abzudunkeln oder den Figuren ein noch orientalischeres Aussehen zu geben. Das hieße, im selben Denkrahmen zu bleiben.

Die biblische Krippe braucht eine andere Grundlage. Sie muss aus einer tieferen, begründeten und auf den neuesten Stand gebrachten Überprüfung der Erzählung hervorgehen, des historischen Zusammenhangs, der materiellen Kultur, der jüdischen Identität der Hauptgestalten und der menschlichen Verfassung der Szene.

Es geht nicht darum, gegen die Vergangenheit zu leben, sondern darum, nicht in ihr eingeschlossen zu bleiben. Heute arbeiten wir nicht mit denselben Beschränkungen wie vor 50, 100 oder 150 Jahren. Wir verfügen über mehr archäologische Studien, mehr Fachliteratur, mehr Zugang zu Museen, Katalogen, Bildern, Datenbanken, Karten, Ausgrabungen, Forschungen über Alltagsleben, Kleidung, Architektur, das Judentum des Zweiten Tempels und die materielle Kultur des östlichen Mittelmeerraums.

Wir verfügen auch über neue Werkzeuge des Vergleichs, der Analyse und der Recherche, die es früher nicht gab. Das 21. Jahrhundert zwingt nicht dazu, das Frühere gering zu schätzen, aber es verbietet, so zu arbeiten, als hätte sich nichts verändert.

Eine Tradition zu ehren heißt nicht, sie endlos zu wiederholen. Es heißt zu verstehen, worauf sie zu ihrer Zeit antwortete und welche Fragen sie für uns nicht mehr beantworten kann.

Das Handbuch ist nicht gegen den hebräischen Stil. Es nimmt ihn bei dem Wort, was er selbst zu sein beansprucht. Sein Wert gehört zur Geschichte der Krippenkunst, nicht zu einer endgültigen Autorität über die biblische Welt. Er hatte seine Aufgabe, seine mögliche Schönheit und seine Zeit. Doch eine Etappe darf nicht mit dem Ende des Weges verwechselt werden.

Die biblische Krippe entsteht nicht gegen ihn; sie entsteht nach ihm. Sie entsteht daraus, die Erzählung, den Zusammenhang und die menschliche Welt der Geburt Jesu mit dem Wissen, den Fragen und dem kritischen Bewusstsein unserer Zeit neu zu betrachten.

Wenn es heute Sinn hat, von einer biblischen Krippe zu sprechen, dann deshalb, weil man über einen überlieferten Anschein des Biblischen hinausgehen muss. Man muss mit dem Wissen und dem Bewusstsein unserer Zeit erneut fragen, welche Welt wir darstellen, welche Erzählung wir sichtbar machen wollen und aus welcher künstlerischen Wahrheit heraus wir die Szene komponieren wollen.


Eine Authentizität, die keine Starrheit ist

Größere Authentizität zu suchen heißt nicht, die Krippe in ein archäologisches Modell zu verwandeln oder Gewissheiten zu verlangen, wo nur vernünftige Hypothesen Platz haben.

Es heißt aber auch nicht, bei einem überlieferten Anschein stehen zu bleiben und ihn zu wiederholen, als genüge es, dass etwas «biblisch aussieht». Zwischen der unmöglichen archäologischen Kopie und der ungeprüft wiederholten Konvention liegt ein viel fruchtbarerer Raum: der der bewussten Deutung.

Das ist der Ort der biblischen Krippe.

Es geht darum, die Dokumentation die Schöpfung erhellen zu lassen, ohne sie zu versteinern. Die Dokumentation ersetzt nicht den Blick des Künstlers, aber sie gibt ihm eine festere Grundlage. Sie hilft, zu verstehen, bevor man komponiert. Sie hilft, besser zu wählen, besser auszuscheiden und zu erkennen, wann eine Form innerhalb der Szene Sinn hat und wann sie nur aus Gewohnheit bis zu uns gelangt ist.

Je besser wir die Welt verstehen, in der die Geburt Jesu verortet ist, desto weniger willkürlich können unsere Entscheidungen sein. Nicht starrer: weniger willkürlich.

Ein Haus, ein Licht, eine Figur, ein Stoff, eine Geste oder ein Gegenstand sollten nicht nur deshalb da sein, weil man sie «schon immer hingestellt hat», und auch nicht, weil sie mechanisch eine archäologische Angabe wiedergeben. Sie sollten da sein, weil sie helfen, die Erzählung innerhalb einer glaubwürdigen, menschlichen und kulturell wiedererkennbaren Welt sichtbar zu machen.

Der Krippenbauer muss nicht Archäologe, Historiker oder Theologe werden. Doch er kann mit wacherem Bewusstsein arbeiten. Er kann sich fragen, was er weiß, was er sich vorstellt, was er erbt und was er entscheidet. Er kann unterscheiden, wann eine Form zu einer berechtigten Tradition gehört und wann sie sich wirklich der Welt nähert, die die Erzählung der Evangelien vor uns hinstellt.


Eine biblische Krippe entsteht nicht daraus, Daten zu haben, sondern daraus, sie gegeneinander zu prüfen und zu durchdenken. Die Dokumentation ersetzt nicht den Blick des Künstlers: Sie schärft ihn. Sie hilft ihm zu wissen, was er wählt, was er erbt und was er entscheidet.

Dieses Bewusstsein macht die Krippe nicht ärmer. Es macht sie tiefer.

Authentizität ist nicht Aussehen: Sie ist Blick.


Was als Nächstes kommt

Wenn die Krippe sich der Geburt Jesu wahrhaftiger nähern will, genügt es nicht, den Maßstab zu ordnen. Man muss sich fragen, woraus ein Krippenbauer schöpft, wenn er sich etwas vorstellt: aus welchen Stoffen des Gedächtnisses er die Szene komponiert und wie er entscheidet, was er verwirft.

Denn niemand schafft aus dem Nichts. Wir stellen uns etwas mit erinnerten Bildern vor, mit gesehenen Werken, mit Gelesenem, mit Landschaften, mit überlieferten Figuren und mit angesammelten Referenzen, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist.

Deshalb wird der nächste Schritt darin bestehen, die Rolle der Referenzen zu untersuchen: was sie sind, wie man sie sucht, wie man sie bewertet und wie sie helfen können, eine biblische Krippe zu schaffen, ohne die Schöpfung in eine Kopie zu verwandeln.


Die Nachweise

  1. ↑ [1] Tissot, J. (1886–1894). The Birth of Our Lord Jesus Christ (La nativité de Notre-Seigneur Jésus-Christ) [Gouache]. Brooklyn Museum. https://www.brooklynmuseum.org/es-US/objects/4430
  2. ↑ [2] Kluger, Z. (1937). An aerial photo of the city Bethlehem [Fotografie]. Wikimedia Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:AN_AERIAL_PHOTO_OF_THE_CITY_BETHLEHEM._%D7%A6%D7%99%D7%9C%D7%95%D7%9D_%D7%90%D7%95%D7%99%D7%A8_%D7%A9%D7%9C_%D7%94%D7%A2%D7%99%D7%A8_%D7%91%D7%99%D7%AA_%D7%9C%D7%97%D7%9D.D332-057.jpg
  3. ↑ [3] Papyrus 1 (P1), recto: Matthäus 1,1–9.12 [Papyrus, 3. Jh. n. Chr.]. University of Pennsylvania Museum, über Wikimedia Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Papyrus_1_en.pdf
  4. ↑ [4] Jerusalem Modell BW 2 [Modell Jerusalems zur Zeit des Zweiten Tempels, Israel Museum]. Wikimedia Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jerusalem_Modell_BW_2.JPG
  5. ↑ [5] Tissot, J. (1886–1894). The Magi Journeying (Les rois mages en voyage) [Gouache]. Brooklyn Museum, über Wikimedia Commons. https://es.wikipedia.org/wiki/Archivo:Brooklyn_Museum_-_The_Magi_Journeying_(Les_rois_mages_en_voyage)_-_James_Tissot_-_overall.jpg
  6. ↑ [6] American Colony Photo Department (1921). Bethlehem and surroundings. Bethlehem in snow [Fotografie]. Sammlung Matson, Library of Congress, LC-DIG-matpc-05487. https://www.loc.gov/resource/matpc.05487/. Die Library of Congress verwahrt dasselbe Bild in einem weiteren Datensatz, LC-DIG-matpc-14749, datiert «approximately 1900 to 1920»: https://www.loc.gov/resource/matpc.14749/.
  7. ↑ [7] American Colony Photo Department (ca. 1920–1933). Bethlehem and surroundings. Bethlehem. A manger home. Room, part cave. Swaddled baby & dove-cote [Fotografie]. Sammlung Matson, Library of Congress, LC-DIG-matpc-02604. https://loc.gov/pictures/resource/matpc.02604/
  8. ↑ [8] La Tour, G. de (ca. 1645). Le Nouveau-né [Ölgemälde]. Musée des Beaux-Arts de Rennes, über Wikimedia Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Georges_de_La_Tour_-_Newlyborn_infant_-_Mus%C3%A9e_des_Beaux-Arts_de_Rennes.jpg
  9. ↑ [9] Rembrandt van Rijn (ca. 1646). Die Anbetung der Hirten [Ölgemälde]. Alte Pinakothek, München, über Wikimedia Commons. https://es.wikipedia.org/wiki/Archivo:Rembrandt_van_Rijn_009_full_image_01.jpg
  10. ↑ [10] Murillo, B. E. (ca. 1650–1660). Die Anbetung der Hirten [Ölgemälde]. Museo del Prado, Madrid, über Wikimedia Commons. https://es.wikipedia.org/wiki/Archivo:Adoration_of_the_Shepherds,_Murillo_(Prado_Museum).jpg
  11. ↑ [11] Daderot. Nativity scenes of Naples — Museo Nacional de Artes Decorativas, Madrid [Fotografie]. Wikimedia Commons. https://es.wikipedia.org/wiki/Archivo%3ANativity_scenes_of_Naples_-_Museo_Nacional_de_Artes_Decorativas_-_Madrid%2C_Spain_-_DSC08419.JPG
  12. ↑ [12] Hunt, W. H. (1860). The Finding of the Saviour in the Temple [Ölgemälde]. Birmingham Museums Trust, über Wikimedia Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AWilliam_Holman_Hunt_-_The_Finding_of_the_Saviour_in_the_Temple_-_Google_Art_Project.jpg
  13. ↑ [13] DeMille, C. B. (1927). The King of Kings [Film]. Pathé Exchange, über Wikimedia Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AThe_King_of_Kings_%281927%29.webm
  14. ↑ [14] Kingofkings poster (1927) [Filmplakat]. Pathé Exchange, über Wikimedia Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AKingofkings_poster.gif
  15. ↑ [15] American Colony Photo Department (zwischen 1898 und 1946). Beduin [i.e., Bedouin] shepherds [Fotografie]. Sammlung Matson, Library of Congress. https://www.loc.gov/resource/matpc.06061/
  16. ↑ [16] American Colony Photo Department (ca. 1900–1920). Set of thirteen select slides of shepherd life, illustrating the Twenty Third Psalm. «He leadeth me in paths of righteousness» [Fotografie]. Sammlung Matson, Library of Congress. https://www.loc.gov/resource/matpc.05673/
  17. ↑ [17] American Colony Photo Department (zwischen 1934 und 1939). Bethlehem from the east. Shepherds' Fields, shepherd figure [Fotografie]. Sammlung Matson, Library of Congress, matpc 22262. https://www.loc.gov/resource/matpc.22262/
  18. ↑ [18] A. Peaucelle-Coquet Fils (ca. 1895–1900). Catalog of Christmas cribs and statues of Saint Anthony of Padua [Verkaufskatalog]. Wikimedia Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:A._Peaucelle-Coquet_Fils_-_Catalog_of_Christmas_cribs_and_statues_of_Saint_Anthony_of_Padua_-_page_01.jpg